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Photovoltaik-Anlagen: Neue Steuer-Vereinfachung?

Gerade in Zeiten der Diskussion über den Klimawandel sind auch Photovoltaik-Anlagen von Interesse. Photovoltaik-Anlagen wandeln Sonnenenergie in Strom um. Photovoltaik bezeichnet die Umwandlung von Lichtenergie (i.d.R. Sonnenenergie) in elektrischen Strom. Eine Photovoltaik-Anlage besteht aus mehreren Solarmodulen. Ein Solarmodul besteht aus mehreren Solarzellen. Solarzellen werden mit dem Halbleiter Silizium hergestellt. Treffen darauf Lichtstrahlen, sendet das Metall Elektronen aus, Strom fließt. Der gewonnene Strom kann in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Hierfür erhält der Betreiber der Photovoltaik-Anlage eine Vergütung vom Betreiber des Stromnetzes. Eine Vergütung für die Einspeisung des erzeugten Stroms in das öffentliche Stromnetz wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dem Betreiber einer Photovoltaikanlage garantiert. Die Vergütung ist gesetzlich damit geregelt und subventioniert.

Photovoltaikanlagen, die ausschließlich dem privaten Eigenverbrauch dienen, bleiben steuerlich unbedeutend.

Erfolgt der Verkauf des erzeugten Stromes hingegen an Mieter, den Energienetzbetreiber oder wird der Strom im eigenen Betrieb genutzt, liegt eine unternehmerische Betätigung mit steuerlichen Konsequenzen vor.

Betreiber von Energieanlagen, deren Leistungen an den Netzbetreiber oder Mieter des Hauses, das eigene Unternehmen etc. verkauft werden, erzielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb gem. § 15 Abs. 2 Einkommensteuergesetz. Der Unternehmer ist gewerbesteuerpflichtig gem. § 2 Gewerbesteuergesetz und umsatzsteuersteuerpflichtig gem. § 1 Umsatzsteuergesetz.

Wer also mit einer Photovoltaik-Anlage oder mit einem Blockheizkraftwerk Strom erzeugt und diesen in das öffentliche Netz einspeist, muss die Einkünfte in der Einkommensteuererklärung angeben. Gerade in der Anfangszeit fallen meist Verluste an. Deshalb verlangt das Finanzamt eine Prognose, ob mit der Anlage überhaupt Gewinn erzielt werden kann. Häufig unterstellt das Finanzamt eine steuerlich unbeachtliche Liebhaberei und will die Verluste aus der Photovoltaik-Anlage nicht anerkennen.

Ab Juni 2021 gibt es daher eine Steuervereinfachung: Wer sich als Hauseigentümer den Aufwand sparen und seinen Gewinn nicht versteuern möchte oder aber an einer Verlustverrechnung nicht interessiert ist, kann seit Juni 2021 direkt beim Finanzamt beantragen, dass ein Liebhabereibetrieb vorliegt. Steuerzahler müssen dann für ihre Photovoltaik-Anlage keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung mehr abgeben, und die Einkünfte aus dem Verkauf des Stroms werden nicht besteuert. Dies setzt voraus, dass die Leistung der Anlage nicht mehr als 10 Kilowatt beträgt, sie nach dem 31. Dezember 2003 erstmalig in Betrieb genommen wurde und sie auf einem selbstbewohnten Ein- oder Zweifamilienhaus installiert ist. Die Regelung gilt auch für kleine Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung bis 2,5 Kilowatt. Hinweis: Wenn die Anlage schon länger in Betrieb ist und bisher Verluste vom Finanzamt anerkannt wurden, ist allerdings Vorsicht geboten. Wenn die Einkommensteuerbescheide aus den Vorjahren unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen oder die Gewinnerzielungsabsicht nur vorläufig anerkannt worden ist, sind die alten Bescheide noch änderbar. Wird dann die Steuerbefreiung beantragt, kann es für die Vorjahre zu Steuernachzahlungen und Zinsen kommen, weil angenommen wird, dass die Photovoltaik- Anlage von Anfang an ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben worden ist. Es ist daher vor dem Antrag zu prüfen, ob er sich lohnt oder zum Eigentor werden kann.

Dipl. Volkswirt Stefan Lorenz, Wirtschaftsprüfer

25.08.2021

 

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