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GONZE & SCHÜTTLER - DIE BERATER AG
WIRTSCHAFTSBERATUNG   STEUERBERATUNGSGESELLSCHAFT
FRANKFURT - LEIPZIG - DÖBELN - NIDDERAU

Die nachfolgenden Links, Infos + Texte stellen keine Rechtsberatung dar. Bei Erstellung der Texte haben wir uns bemüht, eine auch für Nichtsteuerfachleute verständliche Ausdrucksweise zu wählen. Dies geht teilweise zu Lasten einer am Gesetzeswortlaut orientierten Präzision. Für die Inhalte kann trotz größtmöglicher Sorgfalt keinerlei Gewähr übernommen werden. Bitte sprechen Sie über Konkretes mit dem Berater Ihres Vertrauens oder gerne auch mit uns.

Steuerliche Überlegungen zum Jahreswechsel für Kapitalgesellschaften (GmbH/Gesellschafter/Geschäftsführer)

Noch vor Ablauf des Jahres können Entscheidungen getroffen oder Handlungen vollzogen bzw. unterlassen werden, die zu einer Steuerersparnis führen. Auch gilt es Dinge zu überprüfen, die ggf. jeweils zum Jahreswechsel neu geregelt oder angepasst werden müssen. Ein persönlicher Check "Was ist im alten Jahr noch zu regeln?", ist hier frühzeitig angeraten.

Auch Kapitalgesellschaften (GmbH´s) und insbesondere Ihre Gesellschafter können vor dem Jahreswechsel noch einiges zu ihren Gunsten regeln. Hierbei blicken wir auf die klassische Unternehmer-GmbH. Die Kapitalgesellschaft in der die beteiligten Unternehmer / Gesellschafter mitarbeiten.

Wichtig: Für die Kapitalgesellschaften sind auch eine Reihe von Überlegungen von Bedeutung die hier bereits unter der Rubrik „Unternehmer“ aufgeführt wurden. Wir bitten Sie diese dort nachzulesen.

Stammkapital / Eigenkapital
Bei der Frage des Eigenkapitals sind hier die gesetzlichen Bestimmungen zum Erhalt des Stammkapitals zu beachten. Soweit ein negatives Eigenkapital durch erwartete Verluste zu befürchten ist, kann den Folgen hieraus durch Kapitaleinzahlungen in die „Freie Rücklage“ oder als Gesellschafterdarlehen - mit entsprechender Rangrücktrittserklärung - entgegengetreten werden. 

Gewerbesteuerbelastung
Hinsichtlich der Gewerbesteuerbelastung gilt es zu überprüfen, ob die Freigrenzen für die steuerschädlichen Hinzurechnungen überschritten wurden/überschritten werden. Ist dies der Fall, so sollte die Finanzierung von Anlagegütern überdacht werden.

Gewinnreduzierung durch Versorgungszusage
Bei einer außerordentlichen hohen Gewinnerwartung ist zu prüfen, inwieweit eine Versorgungszusage an die im Unternehmen tätigen Gesellschafter sinnvoll ist. Dies ggf. ohne Rückdeckungsversicherung, um die Steuervorteile zur langfristigen Kapitalstärkung des Unternehmens zu nutzen. Die Rückdeckung der Versorgungszusage kann auch durch andere sinnvolle Investitionen erfolgen. Wichtig: Es gilt das strenge Rückwirkungsverbot!

Risiken bei einer steuerlichen Betriebsaufspaltung
Die Betriebsaufspaltung ist ein steuerliches Konstrukt, das einen Betrieb in ein Besitzunternehmen und in eine Betriebsgesellschaft aufteilt. Der Beginn oder das Ende einer Betriebsaufspaltung werden von den Unternehmen oft nicht oder viel zu spät erkannt. Das größte Risiko liegt in einer unbeabsichtigten Auflösung einer nicht erkannten Betriebsaufspaltung. Um hier erhebliche finanzielle Nachteile zu vermeiden ist ein frühzeitiges Handeln erforderlich. Sprechen Sie hierzu gegebenenfalls mit ihrem Berater in unserem Hause.
Im Rahmen einer Betriebsaufspaltung sind Pachtzahlungen auf ihre Angemessenheit (Drittvergleich) hin zu überprüfen. Liegen die Pachtzahlungen unterhalb des üblichen Rahmens ist folgendes zu beachten: Überlässt der Besitzunternehmer Wirtschaftsgüter an die Betriebsgesellschaft unentgeltlich oder teilentgeltlich, werden die Aufwendungen (Abschreibung, Darlehenszinsen, lfd. Aufwendungen, Reparaturen u. a.) beim Besitzunternehmen vom Teilabzugsverbot des § 3 c EStG (60 %) erfasst (vergl. § 3 c Abs. 2 Satz 2 + 3 EStG). Liegen die Pachteinnahmen oberhalb des üblichen Rahmens, besteht das Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung mit den steuerlichen Folgen hieraus.

Wichtig! Sämtliche Kapitalgesellschaften sind verpflichtet ihre Jahresabschlüsse beim elektronischen Bundesanzeiger fristgerecht in der je nach Größenklasse der Gesellschaft vorgeschriebenen und umfassenden Form einzureichen. Die Offenlegung für nicht börsennotierte Kapitalgesellschaften muss unverzüglich nach Vorlage des Jahresabschlusses an die Gesellschafter, spätestens jedoch vor Ablauf von zwölf Monaten nach Ablauf des betreffenden Geschäftsjahres erfolgen. Demgemäß läuft die Frist für den Jahresabschluss per 31.12.2016 zum 31.12.2017 ab. Es besteht damit eine grundsätzliche Veröffentlichungs-/Publizitätspflicht. Bei Nichtbeachtung der Offenlegungspflichten kommt es in al-ler Regel zu einem Ordnungsgeldverfahren. Das Bundesamt für Justiz leitet ein Ordnungs-geldverfahren ein mit der Aufforderung, innerhalb einer Nachfrist von sechs Wochen den gesetzlichen Einreichungs- und Veröffentlichungspflichten nachzukommen. Dies geschieht unter Androhung eines Ordnungsgeldes. Wird die Nachfrist versäumt, wird das festgesetzte Ordnungsgeld fällig, auch wenn anschließend der Abschluss eingereicht wird.

Verträge mit Angehörigen
Verträge mit Angehörigen die steuerliche Wirkung entfalten sollten überprüft werden. Werden die gewünschten Ziele noch erreicht? Wurden Grenzen über- oder unterschritten? Dies gilt im Besonderen für Miet- und Arbeitsverträge. Bei einer steuerlich wirksamen Vermietung an Angehörige, ist der Vergleich zur ortsüblichen Miete im Rahmen der steuerlichen Regeln im Auge zu behalten.

Verjährungsfristen
Auch Verjährungsfristen zu Forderungen, Umlagen, Abrechnungen etc. und der Ablauf von Ge-währleistungspflichten gilt es zum Jahresende zu beachten, um keine Ansprüche zu verlieren. Inwieweit welche Frist gilt, ist im konkreten Einzelfall zu klären und ggf. sind Maßnahmen zur Wahrung der Frist oder Hemmung eines Fristablaufs zu treffen.

Dieter P. Gonze, Steuerberater

15.12.2017

 

Aktualisiert (20. Dezember 2017)

 

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